Website für Ärzte: Was Ihre Praxis online braucht
- 7. März
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. März
Eine Allgemeinmedizinerin in Klagenfurt hat 4,9 Sterne auf Google und eine volle Praxis. Ihre Website? Ein weißes Template mit einem Foto von 2018. "Brauche ich überhaupt eine Website wenn ich ohnehin ausgebucht bin?" hat sie uns gefragt.
Die Antwort: Ja. Denn ausgebucht heißt nicht optimal. Ohne eine gute Website verlieren Ärzte täglich Privatpatienten an die Kollegin mit der moderneren Online-Präsenz. Und wenn der Kassensitz wechselt oder die Ordination umzieht, steht man ohne digitale Sichtbarkeit da.
In Zahlen: 78% der Patienten in Österreich suchen ihren Arzt zuerst online. 65% entscheiden sich für eine Praxis die eine professionelle Website hat. Und 43% buchen Termine lieber online als anzurufen.
Warum Ärzte eine professionelle Website brauchen
Patienten googeln Symptome. Das ist kein Geheimnis. Aber sie googeln auch "Hautarzt Villach", "Orthopäde Klagenfurt Termin" und "HNO Arzt in der Nähe". Wenn Ihre Praxis bei diesen Suchen nicht auftaucht, gehen die Patienten woanders hin.
Eine Praxis-Website muss drei Dinge leisten:
Vertrauen aufbauen - Fotos der Praxis, Lebenslauf, Spezialisierungen. Patienten wollen wissen wer sie behandelt bevor sie hingehen.
Informieren - Ordinationszeiten, Leistungen, Kassenverträge, Anfahrt. Alles auf einen Blick.
Termine generieren - Online-Terminbuchung oder zumindest ein Kontaktformular. Jeder unnötige Anruf kostet Sie und Ihre Assistentin Zeit.
Was eine gute Arzt-Website enthalten muss
1. Startseite mit klarer Botschaft
Kein "Willkommen auf der Website der Ordination Dr. Müller". Sondern: "Ihre Hautärztin in Villach. Kassenärztin. Termine innerhalb von 5 Werktagen." Klar, direkt, nützlich.
2. Leistungsübersicht
Welche Behandlungen bieten Sie an? Was sind Ihre Schwerpunkte? Patienten mit spezifischen Problemen suchen nach spezifischen Lösungen. Eine Orthopädin die "Knieschmerzen" als Leistung auflistet, wird für "Knieschmerzen Arzt Klagenfurt" gefunden.
3. Arzt-Profil mit Foto
Ein echtes Foto. Kein Stockbild. Patienten wollen das Gesicht sehen bevor sie in die Praxis kommen. Lebenslauf, Ausbildung, Spezialisierungen - das baut Vertrauen auf.
4. Ordinationszeiten und Kontakt
Groß, sichtbar, auf jeder Seite. Nicht versteckt im Footer. 40% der Praxis-Website-Besucher kommen nur wegen der Ordinationszeiten. Machen Sie es ihnen einfach.
5. Online-Terminbuchung
Der größte Hebel für weniger Telefonanrufe. Systeme wie Doctolib, TerminOnline oder ein einfaches Kontaktformular reichen. Wichtig ist dass es funktioniert und einfach ist.
6. Kassenverträge und Wahlarztstatus
Für Patienten in Österreich die wichtigste Information nach dem Fachgebiet. "Kassenarzt" oder "Wahlarzt mit Rückerstattung" - das muss sofort erkennbar sein.
7. Anfahrt mit Google Maps
Wo ist die Praxis? Wo kann man parken? Ist sie barrierefrei? Praktische Infos die Patienten den Besuch erleichtern.
Was eine Arzt-Website in Österreich kostet
Drei realistische Optionen:
Option 1: Onepager - ab 89 EUR/Monat oder 900 EUR einmalig
Eine Seite mit allem Wichtigen: Leistungen, Ordinationszeiten, Kontakt, Arzt-Profil. Reicht für Einzelordinationen die hauptsächlich Kassenpatienten behandeln.
Option 2: Business-Website - ab 149 EUR/Monat oder 1.900 EUR einmalig
5-8 Seiten mit eigenem Bereich für jede Leistung. SEO-optimiert, mit Blog-Möglichkeit und Online-Terminbuchung. Der Standard für die meisten Arztpraxen.
Option 3: Premium-Website - ab 199 EUR/Monat oder 2.700 EUR einmalig
Für Gruppenpraxen und Wahlarztordinationen mit hohem Privatpatientenanteil. Individuelles Design, Patientenportal, Newsletter, erweiterte SEO-Strategie.
Rechenbeispiel: Ein Wahlarzt in Klagenfurt zahlt 149 EUR/Monat für seine Website. Über die Online-Terminbuchung kommen 8 neue Privatpatienten pro Monat. Bei einem durchschnittlichen Honorar von 120 EUR sind das 960 EUR Zusatzumsatz. Die Website rechnet sich ab dem ersten Monat.
SEO für Arztpraxen: So finden Patienten Sie auf Google
Patienten suchen nach Fachgebiet + Ort. Das sind Ihre wichtigsten Keywords:
"Hautarzt Villach"
"Orthopäde Klagenfurt Termin"
"Augenarzt in der Nähe"
"Wahlarzt Innere Medizin Kärnten"
"Kinderarzt Klagenfurt Kassenarzt"
Drei SEO-Maßnahmen die für Ärzte am schnellsten wirken:
1. Google Unternehmensprofil vollständig ausfüllen
Das ist für Arztpraxen der wichtigste Schritt. Fachgebiet, Adresse, Ordinationszeiten, Fotos der Praxis, Kassenverträge. Bitten Sie zufriedene Patienten um eine Google-Bewertung - 10 gute Bewertungen können den Unterschied zwischen Seite 1 und Seite 2 machen.
2. Jede Leistung als eigene Seite
Nicht alle Leistungen auf einer Seite auflisten. Sondern: eine Seite für "Vorsorgeuntersuchung", eine für "Ultraschall", eine für "Impfberatung". Jede Seite kann für ein eigenes Keyword ranken.
3. Lokale Inhalte erstellen
Ein Blogbeitrag über "Zeckenschutz in Kärnten" oder "Allergie-Saison in Österreich" zeigt Google dass Ihre Praxis lokal relevant ist. Und Patienten schätzen praktische Gesundheitstipps.
Rechtliches: Was Ärzte auf ihrer Website beachten müssen
Impressum - Pflichtangaben nach österreichischem Recht: Name, Adresse, UID, Berufsbezeichnung, Ärztekammer
Datenschutzerklärung - DSGVO-konform, besonders wichtig bei Online-Terminbuchung und Kontaktformularen
Berufsrechtliche Vorgaben - Das Ärztegesetz regelt was auf einer Arzt-Website stehen darf. Keine Heilversprechen, keine irreführende Werbung
Barrierefreiheit - Ab 2025 verpflichtend für viele Unternehmen. Kontrastreiche Schrift, Alt-Texte für Bilder, navigierbar per Tastatur
Wir kennen die rechtlichen Anforderungen für Arzt-Websites in Österreich und berücksichtigen sie bei jedem Projekt.
Patienteninformation als Service
Ihre Website kann mehr sein als eine digitale Visitenkarte - sie kann Ihren Praxisalltag entlasten. Ein Download-Bereich mit Formularen spart Zeit bei jedem Patientenkontakt: Anamnesebogen, Einverständniserklärungen oder Überweisungsformulare als PDF zum Herunterladen und vorab Ausfüllen.
Patienten schätzen es, wenn sie sich auf einen Termin vorbereiten können - listen Sie auf, welche Unterlagen mitzubringen sind (E-Card, Vorbefunde, aktuelle Medikamentenliste). Eine Patienten-FAQ beantwortet die häufigsten Fragen vorab: "Brauche ich eine Überweisung?", "Wie lange muss ich nüchtern sein?", "Gibt es Parkplätze?"
Das reduziert telefonische Rückfragen - in einer durchschnittlichen Ordination gehen täglich 15 bis 25 Anrufe ein, von denen sich ein Drittel durch gute Website-Inhalte vermeiden ließe.
Mehrsprachige Praxis-Website
In Tourismus-Regionen wie Tirol, Salzburg oder Kärnten behandeln viele Ordinationen regelmäßig internationale Patienten. Eine mehrsprachige Website - zumindest auf Englisch - öffnet Ihre Praxis für diese Zielgruppe.
Wichtig: Verzichten Sie auf automatische Übersetzungen via Google Translate. Medizinische Fachbegriffe werden häufig falsch übersetzt, und eine holprige Übersetzung wirkt unprofessionell. Eine professionelle Übersetzung Ihrer Kernseiten kostet je nach Umfang zwischen 400 und 800 EUR pro Sprache - eine einmalige Investition, die sich lohnt.
Technisch sollte die Übersetzung als eigene Sprachversion mit korrekten hreflang-Tags umgesetzt werden, damit Google die richtige Sprachversion ausspielt.
Telemedizin und Online-Sprechstunde integrieren
Seit der Covid-Pandemie hat sich die Telemedizin in Österreich etabliert. Rund 30 Prozent der niedergelassenen Ärzte nutzen inzwischen Videokonsultationen - Tendenz steigend.
Für Ihre Website bedeutet das: Eine eigene Unterseite zur Online-Sprechstunde, die klar erklärt, welche Anliegen per Video besprochen werden können (Befundbesprechung, Rezeptverlängerung, Ersteinschätzung) und welche einen physischen Besuch erfordern.
Technisch benötigen Sie eine DSGVO-konforme Videolösung. Lösungen wie Ordination.online oder Docflex sind speziell für den österreichischen Markt konzipiert. Weisen Sie darauf hin, dass Videokonsultationen von den Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen übernommen werden.
Häufige Fragen zu Websites für Ärzte
Wie lange dauert es eine Arzt-Website erstellen zu lassen?
Onepager: 5-7 Werktage. Business-Website: 2-3 Wochen. Die häufigste Verzögerung: fehlende Praxisfotos und Textfreigaben.
Brauche ich eine Website wenn ich auf Docfinder bin?
Ja. Docfinder ist ein Verzeichnis - kein Ersatz für eine eigene Website. Auf Ihrer Website kontrollieren Sie die Darstellung, können alle Leistungen detailliert beschreiben und sind unabhängig von einer Plattform.
Kann ich die Website selbst aktualisieren?
Ja. Ordinationszeiten, Urlaubsmeldungen und Neuigkeiten können Sie oder Ihre Assistentin selbst pflegen. Wir schulen Sie ein.
Was kostet die laufende Wartung?
Im Abo-Modell ist alles inklusive: Hosting, Updates, kleine Änderungen, Support. Bei Einmalzahlung: Hosting ab 10 EUR/Monat, Wartung optional ab 49 EUR/Monat.



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